Der Fast Food Fetischismus

Achtung: Essay

In jeder größeren deutschen Stadt sind sie zu beobachten. Sie sind so sicher in Einkaufszentren wie Zombies in jedem zweiten Horrorfilm, und besitzen einige verblüffende Ähnlichkeiten mit ihnen. Sie setzten sich an wichtigen Infrastrukturknotenpunkten wie Flughäfen, Bahnhöfen oder Autobahnen fest. Die Rede ist von Fast Food Ketten wie McDonalds, Burger King, Pizza Hut, Kentucky Fried Chicken, Subway oder Starbucks. Eingeschleppt aus den USA wo sie die Esskultur schon so beeinflusst haben, dass es schwer ist dort etwas anderes als Fast Food zu bekommen. Ich bin Zeuge denn Ich war schon in den Staaten und das nicht nur einmal. Beobachtet habe ich sie direkt neben den Casinos von Las Vegas oder den Hochhäuser New Yorks, sogar Amish habe ich schon in einschlägigen Ketten Burger essen sehen, ein verstörender Anblick. Und wenn man auf dem Highway unterwegs ist kündigt sich jede Ortschaft schon Kilometer vorher durch eine Werbesäule der Fast Food Kette, welche sich in dem Ort niedergelassen hat, an. Man kann sich an ihnen orientieren wie Schiffe an Leuchttürmen auf dem Meer.

Der Trend des Fast Food ist natürlich schon längst in Deutschland angekommen und führt dazu, dass die Frage wer kocht sich erübrigt, denn wenn schon die Familie zusammen isst, man auf das schnelle Essen von um der Ecke zurückgreift. Dorthin würde ich auch gerne so manchen Werber für qualitätsarmes und verfettendes Essen bringen. Ich falle auch immer auf die Werbung herein und gestehe, dass ich es nicht komplett vermeiden kann kein Fast Food zu essen. Allerdings zähle ich mich nicht zu den Langzeitgeschädigten, die Panik haben wenn ihre Stammfastfoodladen für die gesetzlich vorgeschriebene Stunde am Tag schließt, denn wer weiß wann man Hunger kriegt? Doch es geht immer schlimmer.

Die Perversionen die unser Konsumverhalten hervorgebracht haben kann man an einem Ort in erschreckender Art und Weise beobachten, dazu muss man sich in das Herz des Konsums begeben, in eine Mall und dort in den Food Court. Dieser ganze Bereich ist verseucht mit allen Fast Food Ketten die man kennt und welchen die man nicht kennen lernen will. Man kann nichts in den Mülleimer werfen, weil der überfüllt von weggeschmissenen Essen ist, kleine Kinder weinen und brüllen solange bis sie ein Happy Meal von ihren völlig physisch zerstörten Eltern gekauft kriegen. Ein überfetteter Man macht seiner Freundin einen Antrag und die quillt vor Freude über, wortwörtlich. Wo sonst einen Antrag machen wenn man sich hier kennen gelernt hat und sich auch sonst das soziale Leben zuträgt. Ein Schmelztiegel des Fetts, vor und hinter den Theken.  Dies ist ein Ort an dem Lebensmittelkontrolleure einen Herzinfarkt nach dem anderen kriegen, weswegen hier auch nie kontrolliert wird, was denn Gästen serviert wird, und diese interessiert es nicht was sie da in sich hineinstopfen. Vergleichen würde ich das Ganze mit dem Vorgang zur Gänsestopfleber. Doch das Opfer wird nicht gegessen sondern stellt, in absehbarer Zeit, eine Belastung für die Gesellschaft in Form von Kosten für das Gesundheitssystem dar. Diabetes Typ 2, hoher Blutdruck, Magenverkleinerungen und natürlich der verfrühte Tod. Auch hier gibt es Beispiele dass es nicht immer sinnvoll ist Reserven anzulegen als wäre man der reiche Kornbauer aus der Bibel. Ein Krematorium ist schon mal niedergebrannt, weil es in der Brennkammer aufgrund von zu viel brennfähigen Körperfett zu heiß wurde.

Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels, solange man nicht stecken bleibt kann man sich der Gegenbewegung anschließen, das Slow Food wird propagiert. Ein Fitnesswahn ist ausgebrochen der dazu führt, dass sich mehr als fünf Fitnessstudios pro Kleinstadt rentieren. Im nächstgelegenen Wald achte Ich mittlerweile darauf dass ein präseniler Rentner, mit neonfarbigem Outfit, mich nicht umrennt anstatt, wie früher, darauf zu achten das es keine Waldarbeiten mit umstürzenden Bäumen gibt. Ein bisschen neidisch auf dieses Gesundheitsbewusstsein von bettflüchtigen Rentnern, oder Jugendlichen die sich in den Fitnessstudios so breit pumpen als müssten sie am gleichen Abend noch vor der örtlichen Diskotür für Ordnung sorgen bin ich schon allerdings weiß Ich nicht ob das die richtige Richtung ist, wenigsten habe ich mittlerweile ein schlechtes Gewissen wenn ich Fast Food esse.

Leon

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